DIE AMAKUNA SAGA

Der Pilz und das Schicksal derer, die ihn genommen haben, verbindet sich über mehrere Bände. Immer wieder kommt Amakuna in verschiedenen Zeitepochen ans Licht und fordert die Menschen heraus, sich nicht von der Gier nach Macht und Reichtum verführen zu lassen, sondern in der Liebe zu bleiben. Denn nur wer liebt, ist in der Lage zu erkennen, wie Amakuna bewahrt werden kann. Eines Tages, wenn immer mehr Menschen auf der Welt verstehen, was der eigentliche Sinn ihres Daseins ist, wird der magische Pilz das Überleben auf diesem Planeten garantieren.
Wie schon Tichiname, die alte Medizinfrau der Guanchen und einstige Hüterin des Pilzes sagte, bevor die Konquistadoren auf der Suche nach Gold ihre Heimatinsel eroberten:

„Es werden Männer mit Schiffen kommen, Männer, für die nur Macht und Reichtum zählen. Diese Männer kennen keine Liebe. Sie werden alles, was uns heilig ist, vernichten. Doch eines darf niemals in ihre Hände gelangen: das heimliche Herz der Insel, das in der Höhle des höchsten Berges schlägt! Erst wenn die Menschen frei von Gier nach Macht und Reichtum sind, darf sein Geheimnis offenbart werden.“

Der magische Pilz, der tief im Vulkankrater einen kleinen Insel wächst, würde in den Händen der Mächtigen diesen Planeten endgültig zerstören. In Händen von Liebenden dagegen garantiert er die Unendlichkeit des Seins.

Die Tochter des Drachenbaums ist der erste Band der Amakuna-Saga.

Amakuna Saga Galerie #6 Amakuna Saga Galerie #7

DIE HAUPTFIGUREN ...

... des ersten Bandes „Tochter des Drachenbaums“

Iriomé ist die von Tichiname ernannte Nachfolgerin und neue Hüterin von Amakuna. Seit ihrer Geburt (nach unserer Zeitrechnung etwas 1475) lebt sie auf Benahoare, der heutigen Kanareninsel La Palma. Sie wächst ganz im Einklang mit der Natur auf. Der Wind, die Sterne und das Rauschen des Ozeans sind ihre Ratgeber. Von Tichiname hat sie gelernt, zu heilen und wie man mit den Geistern spricht, um zu erfahren, welches Schicksal ihrem Stamm bestimmt ist. Wie alle Guanchen steht sie in Verbindung mit Tara, der Erdgöttin, die „Abora“, das Leben schenkt, erhält und auch wieder nimmt.


Romy ist Biochemikerin und eigentlich streng wissenschaftsgläubig. Als sie durch den Pilz mit Iriomé in Verbindung tritt, wird ihr immer bewusster, dass Krankheiten nicht nur mit den Mitteln der Schulmedizin beizukommen ist, sondern dass hinter dem Geheimnis der Heilung etwas steht, dass sie niemals für möglich gehalten hätte. Ihre Einstellung zu den eher irrationalen und unerklärlichen Dingen des Lebens ändert sich radikal.


Joaquín wächt in der Extremadura im 15. Jahrhundert als Sohn eines Adeligen auf, dem schon früh beigebracht wurde, die Besitzungen der Familie für seine Nachkommen zu erhalten und zu vermehren. Und zwar nicht nur durch clevere Heiratspolitik, sondern auch durch profitable Eroberungszüge. Der Kampf um Macht und Besitz bestimmen sein Dasein. Als die Liebe über ihn hereinbricht, wird er hin- und hergerissen zwischen seinem alten Leben und einer neuen, ungewissen Zukunft.


Nic ist der Sohn einer sehr reichen Familie und zugleich der Schwiegersohn von Gerald Forster, Hauptaktionär eines der größten Pharmakonzerne der Welt. Auch ihm begegnet unvermutet die große Liebe, und auch er muss sich entscheiden, auf welcher Seite er nun sein weiteres Leben verbringen will.


Alonso de Lugo, den großen Kanareneroberer, hat es tatsächlich gegeben. Er nahm im 15. Jahrhundert beinahe alle kanarischen Inseln ein. Sein Ziel war es, möglichst viel Land für die spanische Krone zu gewinnen und vor Königin Isabella als strahlender Held zu glänzen. Wäre Amakuna in seiner Hand, würden seine Soldaten unverbundbar sein und er seinen Siegeszug bis in fernste Gefilde ausdehnen können.


Antonio Borges ist der Sicherheitschef von Global Health. Er ist zwar Nics bester Freund, fühlt sich jedoch nicht genug gewürdigt und geschätzt. Das hat aus ihm einen Zyniker und Menschenverachter gemacht. Und wie de Lugo lechzt er nach Macht und Anerkennung, wofür ihm jedes Mittel recht ist.

WIE ES WEITER GEHT ...

Kurz vor dem großen Prozess, in dem Nic gegen Forster‘s Health aussagen will, verschwinden er und Romy unter mysteriösen Umständen von der Bildfläche. Ihre gemeinsame Tochter Sina wächst bei den reichen Großeltern Carmen und Enrique Saratoga in Panama-City auf. Sina wird bereits früh darauf vorbereitet, das riesige Finanzimperium ihrer Großeltern eines Tages zu übernehmen. Schon früh versteht sie, dass sie niemandem trauen kann, außer einem: Nari, dem Freund aus ihrer Kindheit. Er stammt von den Kuna ab, einem alten Indianervolk, das auf vorgelagerten Inseln an der Karibikküste Panamas ein traditionelles Leben führt. Seit Jahren wehren die Kuna sich tapfer gegen Immobilien- und Finanzhaie, die ihnen ihr Paradies abluxen wollen. Einige gehören auch zum Sartoga-Imperium. Sina stellt sich aus Liebe zu Nari gegen den eigenen Vorstand und wird beinahe umgebracht. Der Indianer rettet sie im letzten Moment mit dem geheimen Pilz der Kuna: Amakuna. Der lässt sie nicht nur in das Leben von Tamanca reisen, sondern führt sie schließlich zurück zu ihren Wurzeln nach La Palma.

Tamanca, der Sohn von Iriomé und Joaquín wird in Trujillo zum Konquistador erzogen und begleitet seinen Vater im Gefolge von Pizarro in die Neue Welt. Sie bleiben an Pizarros Seite, der es zum Bürgermeister und Richter von Panama-City bringt. Als sie von der Existenz des Inkagoldes erfahren, machen sie sich mit einem kleinen Heer auf die Suche nach dem legendären Eldorado und kehren nach schweren Strapazen mit Unmengen von Gold und Silber zurück. Panama wird zum wichtigen Umschlagplatz auf der Route zwischen Peru und Spanien. Karawanen von indianischen Sklaven und Mauleseln schleppen den Schatz über den schmalen Landstreifen, der die zwei Ozeane voneinander trennt. Tamanca, in dessen Adern Guanchenblut fließt, wendet sich jedoch von seinem Vater und den goldgierigen Konquistadoren ab. In dem Kuna-Mädchen Itapiu findet er seine große Liebe und weiht sie in das Geheimnis des Pilzes ein, der nun zum ersten Mal von einem liebenden Paar gehütet wird.

DIE DRACHENBAUMLEGENDE

Ganz früher in grauer Vorzeit, als die Erde noch jung war, sich hob und senkte, und ihre endgültige Form noch suchte, gab es merkwürdige Tiere. Die Stammeseltern hatten sie aus einer Laune heraus geschaffen und nannten sie Drachen. Zu einem Drittel waren sie Fisch, zu einem Drittel Landtier und zu einem Drittel Vogel. Sie konnten im Wasser leben, über Land kriechen und auch fliegen. Es gab nicht viele und auf jeder Insel lebte nur einer. Sie waren weder männlich noch weiblich, vermehrten sich auch nicht und waren aus diesem Grund unsterblich. Die Sonne allein war ihre Nahrung, und reichte diese mal nicht aus, so flogen sie in die Vulkankrater und fischten sich glühende Lava. Um sich anschließend abzukühlen, schwammen sie weit ins Meer hinaus und tauchten bis zu den tiefsten Stellen hinab.

Mit der Zeit aber verloschen die Vulkane, und die Lava war zu fruchtbarer Erde geworden. Da schufen die Stammeseltern die ersten Menschen, Tiere und Pflanzen, die sich überall auf den Inseln ausbreiteten. Die Drachen, deren heißer Atem die Pflanzen verdörrte und die Menschen zu Tode erschreckte, zogen sich in die letzten noch rauchenden Vulkankrater zurück, zu denen sich sonst keiner hinwagte. Doch sie fühlten sich nun eingeschränkt und nicht mehr wohl auf den belebten Inseln. So erhoben sich manche in den Himmel, um weiter zu fliegen als jemals zuvor. Andere verschwanden in den Tiefen des Meeres und tauchten nur selten auf, wovon die Seefahrer zu berichten wussten.

Nur einer konnte sich nicht von den Inseln trennen. Der schönste von allen, flammend rot wie ein Strauch blühender Bougainvilleen, dunkelblau wie wolkenloser Himmel, mit leuchtend grünen Schuppen auf seinem Panzer. Er war jedoch unglücklich und einsam. Wehmütig flog er über Benahoare, Hierro und die anderen Inseln und verstand, dass hier kein Platz mehr für ihn war. Schluchzend schüttelte er sich in der Luft und verlor Schuppe um Schuppe aus seinem Panzer. Als er völlig nackt und wehrlos war, flog er zum Teide und stürzte sich kopfüber in den glühenden Krater, um dort mit der Ewigkeit zu verschmelzen.

Die schönen, grünen Schuppen aber senkten sich in den Boden und schlugen Wurzeln. Und überall, wo das geschehen war, keimte im Jahr darauf ein kleiner Baum. Das sind die Drachenbäume; sie wachsen auf allen kanarischen Inseln, hauptsächlich aber auf La Palma, La Gomera und El Hiero, wo der Drache die meisten Schuppen verloren hat.

Es vergingen hundert Jahre, bis die Drachenbäume richtig groß waren, mit gewaltigen Stämmen und Kronen, wie die Schuppenpanzer von Drachen. Dort, wo die Schuppen des Drachens dichter gefallen waren und die Bäume wie in einem Hain zusammenstanden, trafen sich die Menschen in Andacht, und die Menceys, die Anführer der Ureinwohner, hielten dort ihre Versammlungen ab und saßen zu Gericht.

Weise Menschen, die sich heute unter einen Drachenbaum setzen, um nachzudenken, spüren noch die Kraft dieses Ortes, und manche sind sogar überzeugt, dass die Bäume zu ihnen sprechen.

Warum das so ist?
Als die Schuppen aus dem Drachenpanzer zur Erde glitten, da hat der Wind sie berührt und ihnen Botschaften mitgegeben. Wer also richtig hinhört und der Sprache von damals lauscht, der kann noch heute hören, was die Drachenbäume aus der Zeit der feuerspeienden Vulkane erzählen.

Amakuna Saga Galerie #8

DIE SPIRALE

Die Spirale ist ein uraltes heiliges Symbol aller Kulturen. Auch in der Natur ist sie überall zu finden: In Muscheln, Schnecken oder dem Fruchtstand von Pflanzen. Die DNS-Moleküle sind Spiralen; Wasser strömt in Spiralen; Luft bewegt sich in Spiralen, Hoch- und Tiefdruckgebiete sind spiralförmig. Im Großen verlaufen die Wege aller Himmelskörper, von kleinsten Gesteinsbrocken, bis hin zu Planeten, Sonnensystemen, Galaxien und Sternennebeln, wahrscheinlich des ganze Universum, spiralförmig.

Die Spirale ist in allen alten Religionen zu finden: in keltischen Ornamenten, aber auch in christlichen Kirchen. Viele Funde aus der Vergangenheit weisen die Spiralform auf, z.B. Gürtel- oder Mantelschnallen aus der Bronzezeit, Ringe und Armreifen, aber auch kultische Bauwerke, Steine und Zeichen. Auf den kanarischen Inseln findet man an vielen Plätzen alte Felseinritzungen in Spiralform. Vor allem an Quellen. Die Spirale also als Zeichen der ewigen Widerkehr, der Unvergänglichkeit. Sie gillt aber auch als Zeichen für den Weg des Hinein- und Wieder- Hinausgehens, als Symbol für Tod und Auferstehung, für Vergänglichkeit und Wiederkehr, und spiegelt damit den ewigen Kreislauf der Natur wieder. Vielleicht zeigt sie auch den Weg des Menschen in die Finsternis und durch Karma und Läuterung wieder zurück ans Licht. Den Weg, des Irrens oder Verlierens und des sich Wiederfindens, Thema vieler Märchen und Romane. Die Spirale ist daher für mich auch Zeichen der inneren Umkehr des Menschen, und der ewigen Suche nach seiner Mitte.

Dort wo das liebende Herz in Stille wartet, bis alles, was es ausgestrahlt hat, zu ihm zurückkehrt.

LIEBE ist der Ausgang
LIEBE ist die Bewegung
LIEBE ist der ewige Antrieb
LIEBE ist das ZIEL.

DIE GUANCHEN

Die Guanchen nennt man heute alle Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Die Bezeichnung leitet sich vom Ursprung ihrer Sprache ab. Guan bedeutet Mensch; Chinet: Teneriffa. Ursprünglich hießen nur die Bewohner dieser Insel so.

Im Jahre 1495 hatten die Spanier gewaltsam alle Kanaren erobert, ungefähr zur gleichen Zeit, als sich die ersten Konquistadoren auf den Weg nach Südamerika machten. Ein Teil der Altkanarier fiel im ungleichen Kampf, ein anderer landete in der Sklaverei. Der Rest wurde christlich missioniert, was zur kulturellen Vernichtung eines zwar steinzeitlich lebenden, doch gleichzeitig hoch sozialisierten Volkes führte. Seine Herkunft ist der Wissenschaft noch heute ein Rätsel. Spekulationen reichen von nordischen Einwohnern über ausgestossene Berberstämme bis zum versunkenen Kontinent Atlantis, der einst zwischen den Kanarischen und den Kapverdischen Inseln gelegen haben soll. Das einzige, was neben einigen Ortsnamen noch auf ihre Existenz hinweist, sind geheimnisvolle Zeichen, die sie in Felsen und Höhlen ritzten.

Amakuna Saga Galerie #9

SPANIEN, DIE MAUREN
UND DIE RECONQUISTA

Im frühen 8. Jahrhundert vernichteten die Mauren das Westgotenreich und eroberten die gesamte Iberische Halbinsel. Ihre jahrhundertelange Herrschaft prägte das Land. Das arabische Erbe schlug sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache nie­der. Auch die Heilkunst hatte dort ihren Ursprung.

Allerdings gelang es den Mauren nicht, sich auch in den nördlichen Randgebirgen der Halbinsel dauerhaft festzusetzen. Von dort aus nahm die „Rückeroberung“ (Reconquista) ihren Ausgang. In diesem sich über mehrere Jahrhunderte (722-1492) hinziehenden Prozess wurde der maurische Herrschaftsbereich von den Christen nach und nach zurückgedrängt, bis mit dem Fall Granadas 1492 auch das letzte maurische Staatsgebilde auf der Halbinsel verschwand. Aus den maurischen Alkazars waren spanische Festungen geworden, von denen viele bis heute erhalten sind. Auf das Ende der Reconquista folgte eine Verfolgung religiöser Minderheiten. Die „Katholischen Könige“ Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón wollten keine Nichtkatholiken mehr in ihrem Machtbereich dulden. Moslems und Juden wurden genötigt, sich taufen zu lassen. 1478 wurde die Spanische Inquisition eingerichtet, um nur äußerlich konvertierte „Ungläubige“, die insgeheim ihren früheren Glauben praktizierten, aufzuspüren. Häufig wurden sie zum Feuertod verurteilt und nach sogenannten Autodafés öffentlich auf dem Scheiterhaufenverbrannt.

Genau in diese Zeit gerät Iriomé, die Romanheldin der Vergangenheit. Die Begegnung mit dem maurischen Médico offenbart ihr die Welt der Mauren, und mit dem jüdischen Schatzmeister von Trujillo die der Juden. Beide werden, wie sie selbst, von den christlichen Machthabern verfolgt, wenn auch aus anderen Gründen.

In der Extremadura, einer der ärmsten und kärgsten Landschaften Spaniens, hat sich ein beinahe fundamentalistisches Christentum etabliert, und genau von hier stammen auch die großen spanischen Konquistadoren wie Pizarro, Cortes und de Soto, die mit Schwert und Bibel beinahe den gesamten südamerikanischen Kontinent unterwarfen.

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Bilder: die Festung von TRUJILLO und die Statue des
dort geborenen Südamerika-Eroberer PIZARRO

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